Tigermücke
Tigermücke - jetzt handeln und vorbeugen
Die Tigermücke etabliert sich trotz aller Bemühungen in Hessen und wurde bereits in mehreren Landkreisen und kreisfreien Städten nachgewiesen. Seit 2021 auch im Main-Taunus-Kreis.
Allgemeines zur Tigermücke
Nach aktuellem Stand ist ein Stich der asiatischen Tigermücke in Hessen kein Grund zur Beunruhigung. Die asiatische Tigermücke sowie die entsprechenden Krankheitserreger kommen in Hessen bislang nicht häufig vor, werden jedoch hin und wieder von Reisenden mitgebracht.
Allerdings handelt es sich um tagaktive, äußerst penetrante Lästlinge, so dass in der Nähe von Brutstätten tagsüber kein oder kaum ein Aufenthalt im Freien möglich ist, wenn sich einmal eine Population angesiedelt hat. Tigermücken sind aufgrund ihrer Größe von nur circa 10 Millimeter zunächst gar nicht so leicht zu erkennen und sind auch leicht mit heimischen Arten zu verwechseln.
Die Tigermücke, eigentlich ein schönes Exemplar, zeichnet sich insbesondere durch zwei eindeutige Merkmale aus: ein weißer Strich zieht sich mittig über Kopf und Rücken. Das letzte Glied vom Bein ist weiß.
Brüten verhindern & Ausbreitung vermeiden
Zum Brüten reichen diesem Lästling leider schon kleinste Wassermengen aus. Die Vorbeugung einer Population ist durch wenige, präventive Maßnahmen möglich:
- Entfernen unnötiger Brutstätten
- Abdichten von Zugängen zu Wasser
- Richtige Lagerung, zum Beispiel durch umgedrehte Gartenstühle oder Planen, da sich dort sich Wasser sammelt
Die Tigermücke mag keine Freiflächen, keine zugigen Plätze und bevorzugt stattdessen urbane Gebiete.
Im Zeitraum Mai und Juni beginnt der Schlupf, die Tiere fliegen dann maximal 200 Meter weit und brüten dort erneut. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um Balkone, Gärten und weitere Außenflächen zu prüfen.
Ursprünglich waren die Brutstätten in beschatteten Baumhöhlen und Kleinstgewässern, dabei sind die Eier so klein, dass sie mit dem Auge kaum sichtbar sind. Für die urbanen Gebiete eignen sich daher als vergleichbare Brutstätten insbesondere:
- Abflüsse
- Regentonnen
- Blumenvasen
- Blumentopfuntersetzer
- Vogeltränken
- alte Autoreifen
- Planschbecken
- verstopfte Dachrinnen
- ungenutzte mit Wasser gefüllte Gießkannen und Eimer
- Wasser auf Abdeckplanen
- jegliche Behälter, in denen sich Regenwasser ansammeln kann oder sich stehendes Wasser befindet
Sofern sich trotz der präventiven Maßnahmen Wasser gesammelt haben sollte, kann dieses einfach auf die freie Fläche ausgekippt werden, so dass die Eier vertrocknen. Bitte nicht in den Kanal kippen, da sich diese sonst verbreiten können.
Aberdie Stadt bittet ausdrücklich darum, nicht alle Wasserstellen in Gärten und auf Balkonen zu vernichten. Sie sind sehr wichtig für Vögel und Insekten. Daher die Bitte, diese teilweise zu erhalten und stattdessen diese Bereiche mit z.B. BTI zu behandeln, auch wenn die Flächen aktuell trocken gelegen sind. Da das BTI sich nach etwa 14 Tagen vollständig abgebaut hat, empfiehlt sich eine regelmäßige Anwendung.
Bitte um Mithilfe: Sichtungen & Funde melden
Das Dezernat Klimawandel und Gesundheit im Hessischen Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) hat in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (kurz HLfGP genannt) ein Tigermücken-Monitoring in Hessen aufgebaut.
Als sinnvolle Unterstützung können Sichtungen und Funde an das HLfGP Unterstützen gemeldet werden. Meldungen per Foto sind insbesondere zielführend, wenn der arttypische weiße Streifen auf dem Rücken (Thorax) der Tigermücke darauf zu sehen ist. Eingefangene Exemplare sollten möglichst nicht zerquetscht werden und können nach Rücksprache mit dem HLfGP auch per Post eingeschickt werden. Über die folgende E-Mail-Adresse kann man sich an das Ministerium wenden: klima(@)hlfgp.hessen.de
Einsatz von Bioziden erlaubt
Zur Bekämpfung von Stechmücken können nach fachlicher Beratung biologische Mittel (Biozide) eingesetzt werden, wie zum Beispiel BTI. Der Wirkstoff, ein Eiweißkristall, wird aus dem namensgebenden Boden-Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis gewonnen. Dieses tötet gezielt Stechmückenlarven ab. BTI gibt es in Tablettenform (zum Beispiel Culinex Tab) zur Anwendung für Haus und Garten. Die Tabletten sind frei im Internet oder Fachhandel (Baumarkt oder Gartencenter) erhältlich. Wir empfehlen den Einsatz von BTI aber nur nach fachlicher Beratung, da BTI auch schädlich gegen andere Zweiflügler-Arten wirkt.
Rechtliche Grundlage
Tigermücken sind Schädlinge nach dem Infektionsschutzgesetz § 2 Nr. 12 und fallen somit unter die Schädlingsbekämpfungsverordnung. Demnach ist jeder für sein Grundstück verantwortlich, meldepflichtig und auch für die Bekämpfung verantwortlich entsprechend § 1 Abs. 1 der hessischen Schädlingsbekämpfungsverordnung. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer sollten bitte hinsichtlich der präventiven Maßnahmen aufmerksam sein.
FAQ
Umfassende Informationen mit Antworten auf oft gestellten Fragen zur Tigermücke finden Sie auf der Internetseite des Hessisches Landesamt für Gesundheit und Pflege.

