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Veranstaltungen

In einer Woche: Einbahnstraßenschilder in der Claßmannstraße und Wilhelmstraße werden zugehängt!

Nach entsprechender Vorlaufzeit, in der die Öffentlichkeit informiert und beteiligt wurde, soll am Donnerstag, 1. September 2011 eine wichtige Neuregelung für den Verkehr in der westlichen Kernstadt real werden: Alle Straßen zwischen der Weiherstraße und der Kauthstraße, begrenzt vom Weiher und der Burgeffstraße, sind dann in beide Verkehrsrichtungen befahrbar.

Verkehrszeichen Verkehrszeichen "Verbot der Einfahrt"

In der Praxis bedeutet dies, dass die Claßmannstraße keine Einbahnstraße von Süd nach Nord und die Wilhelmstraße keine Einbahnstraße von Nord nach Süd mehr sind.

Zur „Geschichte“ der Einbahnstraßen in der Kernstadt

Die Nord-Süd-Verbindungen in der Kernstadt waren früher Einbahnstraßen mit Vorfahrt. Die anderen Straßen waren ihnen untergeordnet. Mit der Ausweisung der Kernstadt als Tempo-30-Zone „fiel“ die Vorfahrtsregelung. Seitdem gilt: wer von rechts kommt, hat Vorfahrt. Dies nimmt Geschwindigkeit heraus, weil wir im Wohnquartier Kernstadt ein enges Netz an Straßen haben, die von Ecke zu Ecke sehr kurz sind.

Warum etwas ändern, das seit Jahren funktioniert?

Wir müssen – in Anwendung der Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung – fast alle Einbahnstraßen im Kernstadtgebiet für Radfahrer frei geben. Das ergibt sich aus den positiven Erfahrungen, die man in wissenschaftlich begleiteten Verkehrsversuchen gemacht hat. Bevor wir nun einfach die Zusatzbeschilderung unter die Einbahnstraßenschilder hängen, haben wir mit der Polizei geprüft, ob es sinnvoll sein kann, die bestehenden Einbahnstraßenschilder weg zu nehmen, also nicht nur Radfahrer, sondern alle Verkehrsteilnehmer in zwei Richtungen fahren zu lassen.

Mögliche Vorteile

In Quartieren mit Einbahnstraßen verlängern sich die Verkehrswege für fast jeden einzelnen Teilnehmer. Kürzere Wege zum Ziel und vom Startpunkt sind die Folge, wenn die Straßen „frei“ sind in beide Richtungen.

In Einbahnstraßen müssen Sie nicht mit Gegenverkehr rechnen. In Feldversuchen zeigt sich, dass dort schneller gefahren wird als in vergleichbaren Straßen, die keine Einbahnstraßen sind.

Aber wie wird das mit den Parkmöglichkeiten?

Grundsätzlich soll sich nichts ändern. Wir werden keine zwei Fahrbahnen pro Straße zur Verfügung haben, auf denen der Verkehr schnell fließen kann. Das ist auch nicht notwendig, wäre sogar schlecht für die Sicherheit. Mit den Einfahrten und den Kreuzungen und Einmündungen gibt es auf kurzer Distanz genügend Ausweichorte, um im Begegnungsfall aneinander vorbei zu kommen. Wichtig ist, dass die Fünf-Meter-Bereiche bei den Einmündungen frei bleiben von parkenden Autos, aber das galt ja bisher auch schon und ist nicht neu.

Wird sich die Verkehrsbelastung ändern?

Im Gebiet finden wir nur quartierbezogene Verkehrsbeziehungen, so gut wie keinen Durchgangsverkehr. Es wird keine höhere Verkehrsmenge erwartet – eher eine Reduzierung, weil die notwendigen Fahrwege sich verkürzen. Neue Interessen, die Straßen zu befahren, gibt es nicht.

In dieser Woche finden Verkehrszählungen in Claßmannstraße, Wilhelmstraße und Weiherstraße statt, um die Auswirkungen der Verkehrsänderungen in realen Zahlen vergleichen zu können. Für diese Zählaktion haben sich spontan mehrere Mitglieder der Bürgerinitiative Hochheim als Zählerin und Zähler zur Verfügung gestellt. Wir danken den ehrenamtlich Engagierten für ihre tatkräftige Unterstützung. Mit einer Kontrollzählung im Oktober schaffen wir optimale Voraussetzungen für einen Vergleich.

Gefährdet Gegenverkehr die Verkehrssicherheit beim Kindergarten St. Elisbeth in der Wilhelmstraße?

Heute kann der Verkehrsteilnehmer den langen Weg auf der Wilhelmstraße ab der Werlestraße bis zur Burgeffstraße „ungehindert“ von Rechts-vor-Links-Einmündungen fahren – oftmals auch zu schnell! Dies wird sich ändern, wenn Gegenverkehr zu erwarten ist. Der Verkehr kann und wird sich dann ruhiger abspielen und die Verkehrssicherheit vor dem Eingang zur Kindertagesstätte St. Elisabeth nicht beeinträchtigen. Wir müssen unseren Kindern grundsätzlich vermitteln, dass sie vor dem Überqueren der Straße in beide Richtungen sehen!

Was passiert, wenn sich die Änderung nicht bewährt?

Die neue Regelung entspricht dem Ziel der StVO-Novelle, gerade in Wohnquartieren möglichst auf zusätzliche Regeln zu verzichten, weil dies die sicherste Möglichkeit ist, den Individualverkehr zu lenken. Wenn auf Grund der Örtlichkeit, der subjektiven Erfahrungen der Verkehrsteilnehmer oder aus anderen Gründen die Erwartungen an noch mehr Verkehrssicherheit und Verkehrsberuhigung nicht erfüllt werden können, werden wir die alte Situation wieder herstellen. Zeitlich ist vorgesehen, die Monate September und Oktober als Bewertungszeitraum zu nutzen und in den Wochen danach eine Analyse zu machen. Die Bewohner und Verkehrsteilnehmer im Quartier werden in die Bewertung einbezogen, insbesondere auch mit einem eigens dafür entwickelten Fragebogen, der nach den ersten zwei Monaten verteilt werden soll.

Unsere Bitten an die Verkehrsteilnehmer

Fahren Sie ruhig und vorausschauend durch unsere Straßen! Lassen Sie gegenseitige Rücksichtnahme walten und helfen Sie gerade den schwächeren Verkehrsteilnehmern, sich sicher auf unseren Straßen zu bewegen!

Prüfen Sie, welche Vorteile die neue Regelung für Ihre Fahrwege haben kann und nutzen Sie diese. Geben Sie der neuen Regelung die Chance, sich zu bewähren!