DFS: In Hochheim soll es leiser werden – und nicht lauter!
Für Kopfschütteln und Irritationen sorgte die Berichterstattung in den Medien über die Pressekonferenz von Verkehrsminister Posch am Schluss der ersten Sitzung der Task-Force Fluglärm. Da war zu lesen, dass zum Jahreswechsel die nach Westen startenden Flieger stärker über Hochheim gebündelt werden sollen. Rechts und links würde es dann leiser, allerdings über Hochheim lauter. Der Vorschlag stammt von der Deutschen Flugsicherung.
Im Hochheimer Rathaus gingen die Alarmglocken an. Aus der Bevölkerung gingen ratlose Anrufe und Mails ein, die nach den Ursachen und den Möglichkeiten fragten, etwas gegen solche Praktiken zu unternehmen. Dann berichteten Sitzungsteilnehmer noch, dass dieses Thema bei der Task-Force-Sitzung überhaupt nicht behandelt wurde.
Dass der DFS-Vorschlag eigentlich auf eine Hochheimer Forderung zurückzuführen ist, kam erst viel später, nach Einschaltung aller möglichen Informationswege, heraus. Die DFS erklärte, von uns auf die Widersprüche in den Medienberichten angesprochen, dass man aus Anlass des Pressetermins mit dem Minister auf ein Problem hingewiesen habe, das vor allem von Hochheim kritisiert wurde. Es geht um den sehr breiten Abflug-„Korridor“ in Richtung Norden aus der Südumfliegung heraus. Piloten können auf Anforderung Freigabe von der veröffentlichten Streckenführung, die deutlich westlich an Hochheim vorbei verläuft, erhalten, wenn ihr Gerät 6.000 ft an Höhe überschritten hat. Dadurch fliegen viele eine „Abkürzung“ über Hochheim zum Ausflugsziel TABUM. Die DFS-Überlegungen gehen dahin, durch interne Maßnahmen eine größere Spurtreue zu erzielen, um die Streuung über Hochheim gerade aufzuheben. Also Entlastung für Hochheim.
Wie die in der Presse zitierten Aussagen von Minister Posch, das dies Hochheim und Flörsheim nichts bringe, oder das Zitat des DFS-Vertreters, dass es in Hochheim dann lauter werde, zustande kamen, konnte noch nicht aufgeklärt werden. Ein Beweis für klare Kommunikation ist das Ganze aber nicht. Wir haben die Deutsche Flugsicherung aufgefordert, Klarheit in diese Angelegenheit zu bringen und die irreführenden Berichte zu korrigieren.



